Dr. Leonhard Kasek

freier Soziologe

Gutachten, Bildung
Umwelt, Arbeit & Politik

 

Wassergrundstücke am Westufer des Kulkwitzer Sees

2011-08-19 09:39 von Leo (Kommentare: 0)



Der Plan der Markranstädter Stadtverwaltung, das Westufer
des Kulkwitzer Sees bis zum Uferweg von gutbetuchten Bauherren bebauen zu lassen
ist riskant.

Der Kulkwitzer See ist zu DDR Zeiten wie der Concordia-See
bei Nachterstedt nicht saniert worden. Nur nachträglich ist versucht worden,
bei Lausen und längs der Straße nach Markranstädt die Erosion zu bremsen und
die steilen Uferböschungen zu stabilisieren. Das wirft Fragen zur Sicherheit
auf. Mit Blick auf Nachterstedt kommen am Kulkwitzer See folgende Risiken für
größere Rutschungen bzw. Einbrüche in Frage:

        
Ungenügend sanierte Tiefbaustollen. Vor dem
ersten Weltkrieg wurde südlich von Markranstädt Braunkohle einige Jahrzehnte im
Tiefbau abgebaut. Ein Teil der alten Schächte ist in den 20er Jahren bereits eingestürzt
(v.a. Zwischen Markranstädt und Kulkwitz und bei Göhrenz). Kann ausgeschlossen
werden, dass noch weitere alte Schächte einstürzen und dabei Menschen in Gefahr
geraten? Welche Untersuchungen gibt es dazu?

Im Boden gibt es Sandadern. Diese könnten durch
das in den See fließende Grundwasser frei gespült worden sein, so dass sich
Hohlräume im Uferbereich des Sees gebildet haben könnten. Gibt es dazu
Untersuchungen?        
Das Südwestufer besteht aus einer Hochkippe mit
zum Teil sehr steilen Ufern. Hier könnte einfach durch Frost, Wasser und
Setzungen sowie Wellenschlag die Ufer so weit destabilisiert werden, dass sie
in den See rutschen. Kann das wirklich ausgeschlossen werden?

Welche Vorkehrungen sind getroffen worden für den Fall dass
trotz aller möglicherweise durchgeführten Untersuchungen doch noch Restrisiken
bestehen? Wer haftet im Fall eines Unfalles bei Schäden wie in Nachterstedt?

Offiziell ist nach den Rutschungen in Nachterstedt und an
einigen Bergbauseen in der Lausitz auf Anfragen von besorgten Bürgern von den
Lokalbehörden gesagt worden, am Kulkwitzer See sei alles sicher, alles sei geprüft
worden. Was zu bezweifeln ist. Immerhin wird in Nachterstedt seit nunmehr zwei
Jahren intensiv untersucht, bisher ohne abschließendes Ergebnis. Wie kann die Markranstädter
Stadtverwaltung sicher sein, dass am Kulkwitzer See nichts passieren kann, wenn
die bisher noch nicht mal genau bekannt, welche Ursachen die Rutschungen und
Einbrüche am Concordia-See und an einigen Bergbauseen in der Lausitz hatten?
Ist die Markranstädter Verwaltung klüger als die Experten, die seit Jahren
bisher ohne abschließendes Ergebnis die Unfälle an einigen Seen untersuchen, deren
Tagebaurestlöcher wie der Kulkwitzer See vor dem Fluten nicht saniert worden
sind?

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